Geschichte

Bericht zur 800-Jahr-Feier im Jahr 1999:

 

 

 

1199 - erpesthorp-

 

800 Jahre

 

1999 Arpsdorf

 

 

 

Unsere Gemeinde begeht in diesem Jahr ein Jubiläum besonderer Art. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Jahrhundertereignis. 800 Jahre sind vergangen, seitdem Arpsdorf als -erpesthorp- erstmalig in einer Urkunde erwähnt wird. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass unser Ort älter als 800 Jahre ist. Bisherige Forschungen lassen darauf schließen. Zukünftige Geschichtsforschungen könnten genauere Erkenntnisse erbringen.

 

 

Aber bleiben wir dabei -800 Jahre Arpsdorf- und feiern wir dieses Jubiläum gebührend. Stellen wir uns einmal vor, dass erst in 100 Jahren ein ähnliches Jubiläum gefeiert werden könnte. Alle heute Lebenden wären dann nicht mehr. Doch lasst uns beim Feiern nicht vergessen, auch ein wenig daran zu denken, was vor unserer Zeit in und um Arpsdorf gewesen ist oder gewesen sein könnte.

 

Als sicher muss angenommen werden, dass bei Gründung der Siedlung oder Ortschaft -erpesthorp- die damals bis hierher schiffbare Stör die wesentlichste Rolle gespielt hat. Sie diente als naturgegebener Verkehrsweg und ihr Fischreichtum war eine sichere Ernährungsgrundlage für die hier lebenden Menschen. Größere Holzvorkommen, auch in dieser Gegend, werden dazu beigetragen haben, dass sich Menschen ansiedelten.

 

 

Holz, insbesondere Eichenholz, wird als Bauholz für Schiffe und Häuser, zur Gewinnung von Holzkohle zwecks Herstellung von Glas und Metallen verhältnismäßig einfach auf der Stör verschiffbar gewesen sein. Brennholz, das seinerzeit überall in großen Mengen benötigt wurde, dürfte von Arpsdorf aus ebenfalls über die Stör verfrachtet worden sein. Von Arpsdorf aus ein direkter Weg über die Stör zur Elbe und weiter! Umgekehrt sind Waren der verschiedensten Art von der Elbe (lateinisch Albia) und Wilster (Wilstria) die Stör (Sturiam) aufwärts bis Itzehoe (Etseho), Kellinghusen (Tzellingehusen) und schließlich bis Arpsdorf (Erpestorp(e)) gelangt. Von hier aus sind dann die Waren mit Pferdegespannen in andere Siedlungen und Ortschaften des Holsten-Landes (Holstein) geschafft worden. Könnten wir uns von dem damaligen Leben und Treiben in und um Arpsdorf ein Bild machen, wir würden sicherlich erstaunt, vielleicht auch ein wenig stolz sein!? Erst die sogenannte Stapelrechtsurkunde der Stadt Itzehoe aus dem Jahre 1260 bewirkte einen spürbaren Rückgang der Bedeutung Arpsdorfs in wirtschaftlicher Hinsicht. Eine wertvolle originalgetreue Nachbildung der Stapelrechtsurkunde, die in lateinischer Sprache verfasst ist, wird während der Jubiläumstage im Landkrug Bendfeld nebst einer Übersetzung gezeigt, sie ist eine Leihgabe des gemeinsamen Archivs des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe.

 

 

Die anfangs erwähnte Urkunde ist der sogenannte Sido-Brief (lateinisch epistula Sidonis).

 

 

Diese Urkunde ist ebenfalls in lateinischer Sprache verfasst und wird in der Handschriftensammlung der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen verwahrt. Unsere Gemeinde besitzt ein Foto dieser Urkunde. Eine Übersetzung besorgte freundlicherweise Dr. Ehrenreich aus Ehndorf (beides liegt auch in der kleinen Jubiläumsausstellung im Landkrug aus). Laut Stellungnahme des Archivdirektors Dr. Reißmann vom Landesarchiv Schleswig-Holstein vom April d.J. ist der Sido-Brief zutreffend auf das Jahr 1199 nach dem 15. August datiert. Diese Urkunde ist ein Schreiben, das Sido, Propst des Angustiner-Chor-Herrenstiftes novomonasterio=Neumünster im Jahre des Herrn 1199 =anno domini MCXCVIIII an Dietrich II., den Abt des Benediktinerklosters St. Michael in Hildesheim gesandt hat. Darin berichtet Propst Sido über seine Bemühungen, die unerlaubte Ehe Margaretes, einer Nonne des Klosters, zu lösen. Auch berichtet er über die Erwerbung von sechs Hufen im Dorfe erpesthorp, gelegen in der Pfarrei von Neumünster. Margarete war die Tochter des Overboden Markrad II. (auch Marcrad oder Marchrad), der zeitweilig auf seinem Besitz in Arpsdorf lebte. Nach seinem Tode ging sein Besitz an die Kirche über. Seine Witwe ließ ihn in Neumünster beisetzen. Die holsteinischen Overboden waren Personen von hohem Ansehen und besaßen richterliche Gewalt. „Sie waren von höchster politischer Autorität im Lande nach dem Grafen" (Dr. Reißmann).

 

 

 

Soweit ein kleiner unvollständiger Rückblick in einen begrenzten Zeitraum unserer Ortsgeschichte.

 

 

 

Durch diesen Rückblick mag ein wenig deutlich werden, dass Arpsdorf einst nicht alleine Ansiedlung weniger Menschen war, die hier ihren Lebensunterhalt suchten und fanden. Arpsdorfs Bedeutung war unbestritten weitreichender. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden einst sogar Erzbischof Ansgar (niederdeutsch Anschar), der „Apostel des Nordens" (801-865 n.Chr.) und Bischof Vicelin (1090-1154 n.Chr., gestorben und bestattet in Faldera, heute Neumünster) auf der Stör bis erpesthorp(e) und dann weitergereist sein. Der schon erwähnte Historiker und Landesarchivar Dr. Reißmann schreibt in der genannten Stellungnahme vom April d.J. hinsichtlich der historischen Vergangenheit unseres Ortes, „von einer glanzvolleren Vergangenheit Arpsdorfs, die die Gegenwart möglicherweise in den Schatten stellt." Und weiter schreibt er: „Der Ort Arpsdorf gehört mit seinen frühen Erwähnungen seinen Eigenschaften als Besitzstand der Overbodenfamilie der Marcrade, dann des Erzbischofs Adalbert von Hamburg-Bremen und schließlich des Angustinerchorherrenstiftes Neumünster zu dem aus historischer Sicht besonders hervorgehobenen Gemeinwesen des Landes". Über die Geschichte Arpsdorfs könnte noch viel geschrieben und zweifellos mehr noch erforscht werden, besonders auch darüber, wie sich Arpsdorf über Jahrhunderte zu einem bis heute erkennbaren Ort landwirtschaftlicher Prägung entwickelt hat.

 

Vergessen werden sollte nicht, dass unser Land in mehrere Kriege einbezogen war, an denen Menschen unseres Ortes und der Ort selbst in irgendeiner Form beteiligt waren.

 

Intensiv zu forschen und auch zu schreiben bleibt einem Chronisten vorbehalten, der bereit ist, diese ebenso interessante wie mühevolle und gleichwohl lohnende Arbeit auf sich zu nehmen.

 

An das Leid, das den Familien unseres Ortes durch Kriege widerfahren ist, soll der Gedenkstein inmitten des Ortes erinnern. Zugleich möge er zum Wohle aller an die Notwendigkeit der Friedenserhaltung zwischen den Völkern und auch den einzelnen Menschen mahnen.

 

 

Einige wenige Aufzeichnungen aus dem Notizbuch des langjährigen Bürgermeisters und Amtmannes Heinrich Bracker (1884-1979, von 1919 bis 1959 Bürgermeister unseres Ortes) könnten vielleicht bei dem einen oder anderen einiges aus dem Dorfgeschehen, etwa der vergangenen 100 Jahre, wieder lebendig werden lassen. Den Jüngeren unserer Wohlstandsgesellschaft mag manches, wenn überhaupt, nur schwer vorstellbar erscheinen.

 

 

Das Schulhaus hat bis 1883 in dem Garten von Hellenberg gestanden. Der Schulhof war da, wo jetzt die Meierei steht. Das Schulhaus ist am Osterabend 1883 abgebrannt und dann an der jetzigen Stelle wieder erbaut worden.

 

 

........Weil der Bauer Hinrich Voß früh gestorben war, wurde die Stelle an seinen Bruder Hans Voß verpachtet. Dieser wurde aber, kurz nachdem er die Stelle übernommen hatte, am Tage nach seiner Verlobung, bei der Kniephorst Wiese vom Blitz erschlagen. Seine Leute, 2 Mädchen und 2 Knechte, wurden zum Teil verletzt, aber nicht gefährlich. Auch 1 Pferdegespann überstand den Blitzschlag. Die Leute und das Gespann standen ca. 30 m von einer dicken Eiche entfernt, hinter deren Stamm Hans Voß gestanden hatte. -

 

Unser Hausschlachter Max Voß, der gleichzeitig Tagelöhner bei dem Pächter Beckmann war, hatte dann einen Unfall. Er kam mit dem Arm in das Walzwerk der Dreschmaschine. Der Arm musste amputiert werden. Von da an war das Schlachten für ihn alle. Bei Notschlachtungen hat er auch später noch mit geholfen oder Anweisungen gegeben. Mit dem Schwiensköstfeiern war es jetzt vorbei. Der oder die neuen Schlachter schlachteten immer auf mehreren Stellen zugleich. Max Voß hatte es auch übernommen, den Milchwagen zu schmieren und zwar jeden 2. Tag. So ungefähr von 1890-1896 lieferten die Arpsdorfer Bauern ihre Milch nach Willenscharen, wo damals schon eine Meierei war. Jeder Bauer musste 2 Tage nacheinander Milch fahren. An dem Milchwagen stand an einer schwarzen Tafel der Butterpreis jeweils mit Kreide angeschrieben, meistens kostete sie 75 Pf. je Pfund. -

 

Verkehrsmittel wie heute gab es nicht. Alle Touren wurden zu Fuß gemacht.

 

 

Tanzvergnügungen wurden daher nur in der Umgebung besucht. Ehndorf, Padenstedt auch noch mal nach Wasbek, zuletzt auch mal nach Brokstedt, weil von 1905 an Arpsdorf Haltestelle der Bahn war. Dann wurde meistens bis in den frühen Morgen getanzt. Eintritt wurde nicht erhoben. Jeder Tanz kostete 5 Pfennig. Wer abonnieren wollte, zahlte für den Abend 1,50 Mark. Hier im Aukrug, wie man damals unseren Amtsbezirk nannte, war immer nur an einer Stelle z.Zt. Tanz. Die Saalbretter mussten immer bei Tischler Wulf in Padenstedt geliehen werden. Später, zuerst hier in Arpsdorf, haben sich die Wirte selbst Tanzsaalbretter machen lassen. -

 

Früher war es hier Mode, dass die Bauern sich im Winter gegenseitig besuchten. Die jungen Leute besuchten sich dann dort, wo die Herrschaften ausgegangen waren und feierten dort Jott. Die Zeit wurde dazu mit Gesellschaftsspielen usw. ausgenutzt. Auch wurde ab und zu mal auf der großen Diele getanzt. Manchmal wurde Geld gesammelt, jeder gab einen Groschen und dafür wurde dann Kümmel gekauft. Eine Flasche kostete damals bei Blunck 60 Pfennig.

 

Selbstverständlich stellt sich unsere Gemeinde in vielfacher Hinsicht heute anders dar, als einst. Geblieben ist bis heute die Lage in einem industriefreien Raum, und die Landwirtschaft ist immer noch prägendes Element. Bei Berücksichtigung aller Veränderungen hinsichtlich der Zusammensetzung der Bevölkerung, der Umstellung in der Landwirtschaft von einer stark handwerklich betriebenen zu einer intensiv und fast ausschließlich maschinell betriebenen Arbeitsweise wie auch hinsichtlich der starken Steigerung des Durchgangsverkehrs und nicht zuletzt auch hinsichtlich der starken Beeinträchtigung der einstigen Naturlandschaft zugunsten einer stark ausgeprägten Kulturlandschaft, ist innerhalb der Gemeinde ein erkennbares Zusammengehörigkeitsgefühl vorhanden.

 

 

Diese Tatsache findet ihren Ausdruck in dem Vorhandensein verschiedener Vereinigungen, die durchweg von der Gesamtbevölkerung getragen werden. Das gilt in erster Linie für die Freiwillige Feuerwehr (siehe den Bericht „Geschichte der Feuerwehr"). Zu nennen ist dann der Sportverein -SV Arpsdorf von 1967- dessen Gymnastikabteilung der Damen seit vielen Jahren als eine eingeschworene Sportlerinnengruppe aktiv ist. Die Fußballabteilung hat sich seit einigen Jahren neu belebt, und es ist beachtlich und begrüßenswert, dass etliche Arpsdorfer die Gelegenheit wahrnehmen, das herrlich im Grünen gelegene Spielfeld für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu nutzen. Ihr eher gehobener mittlerer Tabellenplatz in der Kreisklasse darf als Indiz für ihre Leistungsbereitschaft gewertet werden.

 

 

Jährlich ergänzen sich Sportverein und Feuerwehr bei den Durchführungen verschiedener Veranstaltungen. In diesem Zusammenhang ist z.B. der bei jüngeren Arpsdorfern, ihren Eltern und Großeltern aber auch bei allen anderen Bürgern beliebte Laternenumzug mit Musik bei Fackelbeleuchtung zu nennen. Die Mitgliederzahl beträgt 160 (siehe auch den Bericht „Sportverein Arpsdorf").

 

 

Der älteste Verein unserer Gemeinde ist der 1931 durch Heinrich Bracker gegründete Jagdverein. Er zählt z.Zt. 15 Mitglieder, die sich allesamt vorwiegend dem hegenden Waidwerk verpflichtet fühlen. Ihr Augenmerk gilt dem Erhalt der naturgegebenen Lebensgrundlage für alle wildlebenden Tiere. Zahlreiche Biotope wurden bisher als begrüßenswerte Naturschutzmaßnahmen geschaffen.

 

Es ist zu wünschen, dass die Waidmänner unserer Gemeinde ihre für den Naturhaushalt gegenwärtig äußerst wichtige Aufgabe weiterhin praktisch und interessiert und mit steigender ökologischer Intelligenz angehen. Etwa 1.200 ha Fläche umfasst das von den Waidmännern zu betreuende Areal.

 

Als Jagdergebnisse besonderer Art werden von dem derzeitigen Jagdvorsteher Klaus Blunck angegeben:

 

          1. 13.07.1951 starker Keiler (180 kg) durch Anton Beckmann erlegt.

 

          2. 05.12.1972 das erste Stück Rotwild (Kalb von 45 kg) durch Ernst Beckmann erlegt.

 

          3. 16.05.1990 Rehbock (18 kg) mit Krone (Gehörn) von 448 g als stärkstes Gehörn im Hegering Aukrug durch Klaus Blunck erlegt.

 

          4. In den Jahren 1985, 1991, 1999 werden je eine starke Rehkrone auf der Landesschau in Rendsburg gezeigt.

 

 

Nachdem im Februar 1947 der Bauernverband in Schleswig-Holstein gegründet wurde, schlossen sich im Juli 1949 11 Landwirte Arpsdorfs dem Bauernverband an. Zu ihrem Ortsvertrauensmann wählten sie Anton Beckmann. Das Ziel des Bauernverbandes war und ist die Förderung der Interessen der in der Landwirtschaft tätigen Personen. Zur Zeit hat Arpsdorf 17 Mitglieder, davon sind 7 aktive Landwirte. Der Ortsvertrauensmann ist Hinrich Bracker-Wolter.

 

Dem Landfrauenverein Neumünster und Umgegend haben sich gut 20 Arpsdorferinnen angeschlossen. In losen Abständen treffen sich diese Frauen mitunter innerhalb der Gemeinde zu verschiedenartigen Aktivitäten. -

 

Gut 20 Jugendliche aus Arpsdorf sind Mitglied in der Landjugendgruppe Wasbek des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein. Während der Jahre 1993-1996 bekleidete Marko Voß aus Arpsdorf das Amt des Vorsitzenden der Landjugendgruppe Wasbek. In den Jahren 1993-1996 veranstalteten die Jugendlichen Arpsdorfs, alles Angehörige der Landjugend, jährlich eine Scheunenfete oder ein Zeltfest in eigener Regie. Diese Feste waren sorgfältig vorbereitet und verliefen sehr gut. Viele Jugendliche aus der näheren und weiteren Umgebung nahmen daran teil.

 

 

Im Jahre 1970 gründete sich in Arpsdorf ein Sparklub, dem rund 80 Mitglieder angehören. Einmal im Jahr findet im Landkrug ein gern und gut besuchtes Grünkohlessen statt. Die bisher ersparte Summe beträgt 472.000,00 DM. Der Sparklubvorsitzende ist Hans-Jürgen Beckmann.

 

Im Juni 1995 gründeten vornehmlich Bürgerinnen, aber auch Bürger unserer Gemeinde, den „Förderverein Kinderspielplatz Arpsdorf". Bis heute hat der Verein unter der Leitung von Anja Bardenhagen zahlreiche Initiativen ergriffen.

 

Der von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Platz, ein Teil des ehemaligen Schulhofes der einklässigen Schule, ist mittlerweile zu einem gern besuchten Spielplatz geworden. Zahlreiche Spielmöglichkeiten wurden bisher in Eigeninitiative geschaffen. Die Arbeit des Vereins wird von den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde, ob jung oder alt, sehr begrüßt und unterstützt. Dem Verein gehören 60 Personen an.

 

 

Seit vielen Jahren besteht in Arpsdorf die Möglichkeit, an einem Frauenkreis der Kirchengemeinde Wasbek teilzunehmen. Er tagt einmal im Monat im Landkrug Bendfeld. Die Leitung lag bis vor Jahren in den Händen von Ingeborg Haß aus Arpsdorf. Jetzt ist Frau Ludwig, die Frau unseres Gemeindepastors, die Leiterin dieses Kreises. Es besteht die Möglichkeit, über alle Lebensfragen sowohl mit Frau Ludwig als auch mit Herrn Ludwig ins Gespräch zu kommen. Eine Maifeier und ein weihnachtliches Beisammensein gehören zum Jahresprogramm.

 

 

Zur Gemeinderatswahl stellen die politischen Parteien keine Kandidatenlisten auf. Über eine für alle wahlberechtigten Arpsdorferinnen und Arpsdorfer offene Wählergemeinschaft werden die Kandidaten/Innen für den neunköpfigen Gemeinderat aufgestellt. Somit läuft die Wahl der Gemeindevertreter/Innen in unserer verhältnismäßig kleinen und überschaubaren Gemeinde in nahezu urdemokratischer Form ab. Das ist sicherlich auch als Zeichen für eine weitgehend vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinde zu werten.

 

 

Zur Zeit leben in der Gemeinde 249 Personen (Stichtag 01.01.1999), davon sind 139 männlichen und 110 weiblichen Geschlechts. Die Größe des gemeindeeigenen Areals beträgt 1.280 ha. 12 landwirtschaftliche Betriebe , 10 davon als Milchviehbetriebe, sind vorhanden. Die Zahl der Selbständigen bzw. Gewerbetreibenden beträgt 8. Eine Meierei, wie auch Geschäfte zur Lebensmittelversorgung, sind seit längerem nicht mehr vorhanden. Für Feste, Feiern, Versammlungen, Sitzungen und als ländliche Cafe-Stube steht der Landkrug von W. und M. Bendfeld bestens zur Verfügung.

 

 

Die Grundschulkinder besuchen die Hermann-Claudius-Schule in Wasbek. Für Hauptschüler ist die Grund- und Hauptschule Aukrug zuständig, wobei die Kinder der 5. + 6. Klasse die Filialklassen der Grund- und Hauptschule Aukrug in der Hermann-Claudius Schule in Wasbek besuchen. Für diese Kinder fährt ein Schulbus.

 

Für Realschüler und Gymnasiasten stehen Schulen in Neumünster zur Verfügung. -

 

Arpsdorf gehört zur Kirchengemeinde Wasbek, als Vertreter Arpsdorfs ist Joost Bärwald in den Kirchenvorstand gewählt worden.

 

 

Die vorliegende kleine schriftliche Zusammenfassung wird einige Eigenheiten Arpsdorfs vielleicht erkennen lassen, die sich über einen längeren Zeitraum bis heute zumindest in Ansätzen erhalten haben. Das scheint mir erwähnenswert, weil in vielen Bereichen unseres Daseins ständig spürbare und sichtbare Veränderungen stattfinden. So ist u. a. das Verhältnis der Menschen zueinander, zur Arbeit allgemein, zum Arbeitsplatz, sehr deutlich auch zur Natur und Umwelt, anders geworden, im ganzen gesehen leider nicht besser. Auch in unserer Feldmark ist beispielsweise die Vielfalt der Pflanzen und Tiere in den vergangenen Jahrzehnten geringer und die naturgegebene Landschaftsform krass verändert worden.

 

 

Wo sieht man im Frühjahr in den Wiesen die rosafarbenen bizarr geformten Blüten der Kuckuckslichtnelke, blühendes Krabenkraut (heimische Wildorchidee) oder Steinpilze oder Pfifferlinge im Wald? Wann hört oder sieht man Nachtigall, Sprosser oder Braunelle? Der Weißstorch, Freund Adebar, hat auch unseren Ort als Brutplatz seit langem aufgegeben.

 

 

Der Drang nach mehr Wohlstand und schnellerem „Geldmachen" wird zusehends stärker, rücksichtsloser und ist mitunter von krimineller Energie beflügelt.

 

 

Was hört, liest, sieht und erlebt man nicht alles in dieser Hinsicht, manchmal hautnah? Menschen leiden, Kreaturen leiden, Natur und Umwelt leiden. Man denke an Veröffentlichungen in Presse, Rundfunk und Fernsehen: Moralische und ethische Werte verlieren an Bedeutung, sowohl im Arbeits- als auch im Privatleben. In zahlreichen Familien steht es nicht zum besten. Aber das zu behaupten und wieder und wieder zu beklagen, ändert jedoch gar nichts und kann nicht weiterhelfen. Gleichgültigkeit demgegenüber, Ratlosigkeit oder gar Pessimismus sind ebenso fehl am Platz. Schauen wir doch auf das, was richtig, gut und wertvoll ist und versuchen wir, dafür ein wenig Einsatz zu zeigen, vielleicht auch nur im Freundeskreis, in unserer Freizeit oder im Gespräch und Umgang von Mensch zu Mensch.

 

 

In dem kleinen Ort, in dem wir zu Hause sind, in dem beinahe jeder jeden kennt, wo es so auch leichter ist, Rücksichtnahme zu üben, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit zu zeigen, gäbe es, wie ich meine, doch reichlich Möglichkeiten auf das zu schauen, was richtig, gut und wertvoll ist, eben auf das, was auch menschlich ist. Bemühen wir uns darum. Arpsdorf mit allem, was in und um unseren Ort lebt, grünt, blüht und kreucht und fleugt, ist so ein Bemühen wert.

 

 

Ein fröhliches, schönes Jubiläumsfest möge uns bevorstehen, es sei uns allen und selbstverständlich unseren Gästen von Herzen gegönnt.

 

 

Als letzte Anmerkung noch dies: Vor einigen Tagen sagte mir ein junger arbeitsfreudiger und aufgeschlossener Arpsdorfer in einem zufälligen Gespräch: „Wenn es auch sehr wichtig und erforderlich ist, Geld zu verdienen, wovon sollte man sonst leben, so kann das Geldverdienen aber nicht alles im Leben sein. Wie gut ist es, wenn man sich auch einfach mal Zeit und Gelegenheit nimmt, um den Stimmen in der Natur zu lauschen oder auch nur die Ruhe auf sich wirken zu lassen."